WILDGARTEN

freifinanzierte Wohnhausanlage inkl. Nahversorger

 

1.Platz Realisierungswettbewerb Wildgarten, Bauplatz 2


Ort: Emil-Behring-Weg, 1230 Wien

Fläche: 211 Wohneinheiten, 2 Büroeinheiten, 1 Supermarkt,

ca. 13.000 m² WNFL

Zeitlauf: 2017 - 2020

Status: in Bau

 

Auftraggeber: ARE Austrian Real Estate Development GmbH, Wien
Freiraumplaner: YEWO Landscapes

Statik: Harrer & Harrer ZT GmbH

Bauphysik / Brandschutz: DI Erich Röhrer Bauphysik

Grundstück und Städtebauliche Situation

Der Bauplatz 2 ist Teil des Masterplans WILDGARTEN, Wohnen am Rosenhügel, der aus dem städtebaulichen Wettbewerb EUROPAN 10 hervorgegangen ist.

Die Liegenschaft befindet sich im 23. Bezirk, zwischen den S-Bahn-Stationen Hetzendorf und Atzgersdorf. Sie schließt südlich an den Süd-West-Friedhof und westlich an den Emil-Behring-Weg an. Der gesamte Bauplatz 2 hat eine Größe von 10.614,53 m².

 

Es gibt 5 verschiedene Gebäudegrößen, aufgrund derer unterschiedliche Typologien  entwickelt wurden: XL-Größe - „die kleine Raupe Nimmersatt“, M&L - „Pünktchen & Anton“ und „Struwwelpeter“, S - „das doppelte Lottchen“ und XS - „die 3 Stanisläuse“. Die Namen der Typologien sind an Kinderbuchnamen als identitätsstiftende Merkmale angelehnt.

Architektonisches Konzept

Verbindender Rahmen: Durch ein Wegenetz aus unterschiedlich wichtigen Verbindungen, wird das Baufeld an das übergeordnete Wegenetz des Quartiers angedockt. Dieser Rahmen spannt sich an hochfrequentierten Orten zu Plätzen auf und schafft dadurch Raum für ein Miteinander. Im Süden wird der Rahmen zum Caféplatz und verbindet sich gleichzeitig mit dem gegenüberliegenden Platzraum. Dadurch wird das Quartier sanft mit dem nächsten Bauplatz verwoben.

 

Die halböffentliche grüne Allmende zieht sich wie ein Rückgrat zwischen der neuen Bebauung hindurch. Sie markiert den zentralen Ort der Begegnung und Partizipation. Zwischen den befestigen überquartierlichen Wegen bildet die als Wildwiese bepflanzte Allmende grüne Quartiersplätze und unterschiedlich genutzte Spielfelder.

Der Übergangsraum vom privaten Garten der Häuser zur öffentlichen Allmende ist als Sub-Allmende konzipiert. Sie ist grundsätzlich frei zugänglich, bleibt aber ein unscharfer Bereich, der als Schwelle eine der Bassena innewohnende Kommunikationsfunktion erfüllt.

Bauweise

Das Wohnhaus wird in Niedrigenergiebauweise ausgeführt und dementsprechend wärmegedämmt, um die OIB Richtlinie 6 einzuhalten. Die Beheizung erfolgt über den Anschluss an das vorhandene Fernwärmenetz.

Die Auswahl der Materialien wird unter ökologischen Gesichtspunkten getroffen.

Die Außenwände bestehen aus 20 cm Stahlbetonwand und einem Wärmedämmverbundsystem mit einer Stärke von ca. 20cm bzw. vorgehängten Fassaden mit einer Mineralwolledämmung. Die Fassaden sind bei den verschiedenen Typologien unterschiedlich mit Holzlamellen, Metallschindeln oder Putz belegt.

Die Geschossdecken werden als Massivdecken, mit einer der Bauphysik entsprechenden Wärmedämmung errichtet. Als Dacheindeckung kommen extensiv begrünte Warmdächer bzw. Umkehrdächer zur Ausführung.

Zwischenwände innerhalb der Wohneinheiten bestehen aus Stahlbeton mit einer einseitig beplankten Gipskartonvorsatzschale.

Die Balkone werden als Betonfertigteile thermisch getrennt mit Isokörben ausgeführt. Die Brüstungen der Balkone werden auf einer Seite aus Beton mit 1,12m Höhe ausgeführt. Die andere Seite sowie die Front sind als Stabstahlgeländer geplant.

Fenster und Terrassentüren sind als Holz-Alu-Fenster mit einer 3-Scheiben Isolierverglasung vorgesehen. Bei den Wohnzimmern sind zu den Balkonen hin 2-3-flügelige Terrassentüren mit einer Sturzhöhe von 2,20m geplant. Die restlichen Zimmerfenster sind mit Parapeten von 60cm Höhe und einer Unterlichte aus VSG-Glas bis zur Absturzhöhe von 1,12m ausgeführt. Bei der kleinen Raupe sind bei allen Zimmern französische Fenster mit einer Unterlichte aus VSG-Glas geplant.