MASTERPLAN GRÜNDERZEIT

Handlungsempfehlungen zur qualitätsorientierten Weiterentwicklung der gründerzeitlichen Bestandsstadt

Schriftenreihe: Werkstattberichte der Stadtentwicklung Wien (Nummer 180)
AuftraggeberIn: Stadt Wien, Magistratsabteilung 21 - Stadtteilplanung und Flächennutzung

Erscheinungsjahr: 2018

Projektpartner: Klaus Wolfinger

Seit jeher gehen Wachstumsprozesse mit der Transformation bestehender Stadtstrukturen einher und bieten die Chance, diese hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen neu auszurichten. Somit erschien es für die Stadt Wien notwendig, den Veränderungsprozess der hauptsächlich im privaten Besitz befindlichen Gründerzeitstrukturen qualitätssichernd mitzugestalten. Der hohe Bedarf an Wohnraum bewirkt mittlerweile eine sehr monofunktionale Entwicklung und manifestiert sich in einer Zunahme an Abbrüchen, unattraktiven Erdgeschoßzonen, einem Rückgang an leistbarem Wohnraum und des Kleingewerbes. Diese Tendenzen stehen im Widerspruch zu den Zielen einer urbanen, multifunktionalen und sozial nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Idee ist, den Innovationswillen privater Eigentümer und Projektentwickler zu wecken, die Schaffung neuer, allgemein wirksamer Qualitäten in die Konzeption ihrer Projekte zu integrieren. Als Anreiz hierfür können innerhalb eines städtebaulich verträglichen Rahmens Spielräume zur Schaffung zusätzlichen Wohn- und Arbeitsraums eröffnet werden. Mit einem baulichen und qualitativen Leitbild wird ein handlungsleitender Rahmen geschaffen, innerhalb dessen die konkreten Maßnahmen jedoch so vielfältig wie die Gründerzeit selbst und daher zutiefst projektspezifisch sind.

 

Planungsprozess

Der Masterplan Gründerzeit leitet sich vom Stadtentwicklungsplan 2025 ab. Breit angelegte Interviews mit Experten aus den Bereichen Planung, Wohnbau, Freiraum, Wirtschaft, Projektentwicklung, Bezirkspolitik, Recht sowie mit den Planungsstellen der Stadt bilden das Fundament dieser Arbeit. Dieses wurde in drei Workshops inhaltlich und rechtlich weiterentwickelt. In Abstimmung mit den Experten der MA21 und Juristen der MA37 und MA64 konnten die Vorschläge geeigneter Verfahren und weiterer Justierungen der Bauordnung für Wien zu einer rechtlich schlüssigen und vor allem umsetzbaren Reife weiterentwickelt werden.