JAKOB-RIEDINGER-HAUS

Pflege- und Wohnheim in Würzburg / D

 

Wettbewerb 2015

 

Ort: Berner Straße, Würzburg / D

Fläche: 14 Wohnheim- und 48 Pflegeheimplätze, Gemeinschaftseinrichtungen, Verwaltung, Mittagsbetreeuung für nebenliegende Schule für Hörgeschädigte SchülerInnen,

4.200 m2 Nutzfläche

Zeitlauf: 2015

Status: Wettbewerb

 

Auslober: Bezirk Unterfranken
Freiraumplanung: PLANORAMA, Berlin / D

 

Inklusion
Das Gebäude ist um eine 5%-Rampe konzipiert die im Foyer startet und alle Geschosse erschließt. Sie ist das zentrale inklusive Erschließungselement: alle NutzerInnen und BesucherInnen bewegen sich im gleichen Raum. Den körperlich eingeschränkten wird eine animierende Alternative zur alltäglichen Nutzung einer Stau-anfälligen Lifterschließung geboten.
Zusätzlich ensteht ein 3. Fluchtweg: im Notfall kann über die Rampe selbsständig und zügig das Gebäude verlassen werden.

 

Nutzungsverteilung
Direkt im Anschluss an die Dr. Karl-Kroiß-Schule werden die erweiterungsflächen für die Mittagsbetreuung angeordnet, die somit direkt vom Bestandsgebäude erreichbar sind. Die beiden Wohnheim-WGs sind im EG verortet, so dass den Einzelzimmern kostengünstig Freibereiche in Form von Terrassen angeboten werden können. Darüber befinden sich in zwei Geschossen die vier Pflegeheim-WGs. Im letzten Geschoss befinden sich die Räumlichkeiten für die Verwaltung sowie der Zugang zum Dachgarten.

 

Das Gebäude erkunden und erleben
Die räumlich spannende Vertikalerschließung der inneren Rampe wird im Außenraum ergänzt durch einen mäandrierenden Rundweg.
Attraktionen an diesen Wegen animieren dazu, dass Gebäude selbsständig zu erkunden, täglich neue Dinge zu entdecken und seinen Lieblingsplatz zu finden.
An der inneren Spirale durch das Gebäude liegen der Eingangsbereich, der Innenhof, Hof-Balkone und am Ende die Dachterrasse "Schau ins Land" mit Blick bis nach Würzburg und ins Maintal.
Das Mäander im Außenraum führt vom Vorplatz vorbei am Gebäude zu Aussichtspunkten in die umgebende Landschaft, zu Aufenthaltsbereichen im Park und letztlich zu den Sportflächen, wo mitgemacht und zugesehen werden kann.

 

Abgestufte Gemeinschaften
Die bewußte funktionale Abstufung vom Privaten in die unterschiedlichen gemeinschaftlichen Ebenen des Hauses erzeugt ein kleinmaßstäbliches Wohnumfeld und eine gute Orientierbarkeit für die BewohnerInnen.
So sind z.B. jeweils 2 Zimmer und angrenzende Nebenräume über einen gemeinsamen Vorbereich erschlossen, was zusätzlich die Kollisionspunkte im täglichen Betrieb minimiert.
Auch das Pflegepersonal profitiert so von der guter Alltagstauglichkeit, Übersichtlichkeit und kurzen Wegen.

 

Grünes Herz
Im Innern des Gebäudes befindet sich ein privater Innenhof, der durch seine zentrale Lage und seine Einsehbarkeit zu einem identitätsstiftendem Element im Gebäude wird. Durch die Möglichkeit der intensiven Bepflanzung (nicht unterbaut) ist er als kontemplativer Freiraum für die BewohnerInnen konzipiert, der als grüne Lunge und Frischluftbrunnen zur Verbesserung des Mikroklimas im Gebäudekomplex beiträgt.

Ausblick für Alle

Durch die aufgefächerte Situierung aller Zimmer an die Außenfassade genießen alle Zimmer den gleichen freien Blick in die Landschaft und die umgebenden Attraktionen. Die Gebäudeauskragung nach Norden bietet in jedem Geschoss einen Überblick über den belebten Vorplatz und ankommende Gäste.