EUROGATE II

Städtebauliche Rahmenplanung und Bebauungsplan

 

1.Platz offener, zweistufiger Ideenwettbewerb


Ort: Aspanggründe, 1030 Wien / AT

Umfang: 250.000 m² BGF (Wohnen, Handel, Infrastruktur),

2 ha Park

Zeitlauf: 2017 - 2019

Status: fertiggestellt

 

Auftraggeber: ARE Austrian Real Estate Development GmbH, Wien / Wohnfonds Wien / MA 21
Freiraumplaner: YEWO Landscapes

Schall / Verkehr: Consulting Gruber

„Alle am Park“
Die straßenbegleitende Randbebauung fasst und arrondiert die Räume der schon bestehenden Straßen, so dass deren Urbanität nachhaltig gestärkt wird. Die Ränder an den Hauptverkehrsachsen wirken als baulicher Schallschutz und blocken die Immissionen von Straßenbahn- und Straßenverkehr ab.
Das Gebiet entwickelt sich nach dem Prinzip der verstärkten Grünversorgung an den befahrenen Straßen und des urbanen Feldes in der Mitte an der Otto-Preminger Straße.
Im ruhigen Innern liegt der große, zusammenhängende Quartiersfreiraum, der den Schwung vom Leon Zelmann Park aufnimmt und durch das Gebiet mäandert. Diese Maßnahme führt dazu, dass jedes Baufeld immer eine ruhige Seite hat, ohne den umgebenden Rand zu schwächen. Die Parkkante wurde maximiert, die Dimension des Parks und der Grünschollen entspricht in etwa der eines Gründerzeitlichen Blockes.
Der Lückenschluss dieses großen Rundweges wird in der Ertüchtigung des bestehenden Straßen- und Freiraumes in der Aspangstraße gesehen.

Stärkung des umgebenden Straßenraumes
Ein wesentliches Thema unseres Entwurfes ist die 400 m lange Fassade zum Gürtel. Hier wird eine Bebauung vorgeschlagen, die das Potential des Gürtels voll ausnützen kann und soll. Die extrem hohe Frequenz dieses Straßenabschnitts sehen wir als Potential für die Etablierung eines Gewerbe, Büro, Werkstatt, Lokal –sprich eines lebendigen Gürtelbogens für Unternehmen und Start-ups, die präsent sein möchten.
Die Finanzierung dieses Gürtelbogens kann über ein Quartiersbudget erfolgen, in das sich auch die Werbeeinnahmen der Plakatbanner, die auf dem Dach dieser Struktur angedacht sind, finanzieren.
Die bestehende Otto Preminger Straße wird als zweite starke Verbindung gesehen. An ihr angelagert befinden sich der Fred-Zinnemann Platz mit einem Merkur und einer Geschäftszone, die S-Bahnstation, die Schule, das Kindertagesheim sowie der Übergang zur westlich gelegenen Bebauung. Wir schlagen in diesem Bereich zwei Bushaltestelle vor (Fred Zinnemann Platz und Schulplatz), die Durchfahrt für den MIV ist nicht möglich.
Das urbane Feld nutzt den Niveausprung des Geländes so aus, dass entlang dieser Straße eine EG-Zone entsteht, die Sondernutzungen beinhaltet.

Die Scholle als städtebauliches Element
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der sinnvollen Ausnutzung der topografischen Gegebenheiten. Der Niveauunterschied von in Summe doch zwischen 10 und 15 m wir einerseits im Park aufgenommen und verschliffen, andererseits ermöglicht die Ausbildung von einzelnen Schollen (baulichen Sockelgeschossen sowie grünen Schollen) ein sensibles Abtreppen des Geländes zwischen den Häusern. Dadurch entstehen Sockelgeschoße, die Sondernutzungen (u.a. Kindertagesheim) und Wohnfolgeeinrichtungen aufnehmen können und eine klare Trennung zwischen der Parkrandkante und dem Innenhof ausbilden.

Mobilität
Das Verkehr- und Erschließungskonzept des Quartiers soll eine zeitgemäße und zukunftsfähige Mobilität fördern.
Der hochwertige Anschluss an das Netz des ÖPNV mit der S-Bahn- und Straßenbahn-Station und die dortige Ansiedlung der Mobilitätsstation im UG des Quartiersplatzes soll eine flexible, innovative und umweltverträgliche Wahl des angemessenen Verkehrsmittels ermöglichen.
Das Quartier bleibt autofrei. Die Erschließung der Garagen erfolgt über die umgebenden Straßenzüge.
Es werden an den drei neuralgischen Punkten (Schulplatz, Fred- Zinnemann Platz und Heinrich Dimmelplatz) Mobility Points mit Leihrädern, Fahrradabstellanlagen, Car Sharing und Ladestationen vorgeschlagen.

Nachhaltigkeit
Ein Paket aus verschiedensten Maßnahmen soll die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit des Quartiers für die Zukunft sichern:
-kompakte Bauweise: Das optimierte Verhältnis von Nutzfläche zu Erschließungsfläche der Punkthäuser verstärkt den Ausnutzungseffekt.
-Mobilitätskonzept: Der Quartiersplatz wirkt als Verkehrs-HUB Quartiers- und Stadtteil- übergreifend und stärkt nachhaltig die Nutzung nachhaltiger Mobilität.
-Aktivierung der Dachflächen: Alle Dachflächen sollen begrünt werden. Die tieferliegenden Dachflächen sollen der Bewohnerschaft durch Errichtung von Dachgärten zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.
-Regenwassermanagement: Die unversiegelten Randflächen der Baufelder bieten genug Fläche für die Versickerung von Niederschlagswässern und deren Nutzung zur Freiflächen-Bewässerung
-Mikroklima: Der zentrale Park mit seinen teilweise dicht bepflanzten Bereichen wirkt sich als Frisch- und Kaltluftquelle positiv auf das Mikroklima des ganzen umliegenden Quartiers aus.