IM TREMLHOF

Wohnbau (70% gefördert, 30% frei finanziert) mit Geschäftsflächen
 

1.Platz Wettbewerb 2014
 

Ort: Wiener Neustädterstrasse, 2540 Bad Vöslau / AT
Fläche: 6.400 m² NFL, 7.000 m² BGF (Wohnen), 1.000 m² BGF (Handel und Gastronomie), 81 Wohneinheiten, 1 Arztpraxis, 1 Supermarkt

Zeitlauf: 2014 - 2019

Status: in Bau

 

Auslober: Stadtgemeinde Bad Vöslau
Bauträger: Alpenland, Gemeinnützige Bau- Wohn- und Siedlungsgenossenschaft
Freiraum: Land in Sicht

Stadterneuerung und Bauen im Bestand sind in Zeiten ressourcenschonender Stadtentwicklung ein zentrales Thema. Die nicht immer ganz einfache Aufgabe ist nur durch ein Zusammenspiel aller in der Stadt tätiger Akteure und unter Einbindung der Bevölkerung sinnvoll zu entwickeln.

Eine gut nutzbare Erdgeschoßzone, flexible Gebäudestrukturen und die Referenzen an die gebaute und natürliche Umgebung schaffen eine robuste Grundlage für die Entwicklung eines lebendigen Quartiers und stellen die wesentlichen Parameter unseres Entwurfes dar.

Das Grundstück liegt zwischen der stärker befahrenen Wiener Neustädter Straße im Nordosten und dem Tremlhofpark im Süden. Aufgrund dieser klaren Strukturierung wird eine geschlossene Bebauung an der Wiener Neustädter Straße vorgeschlagen, die einmal großzügig im Bereich der bestehen bleibenden Tremlhofstiege unterbrochen wird und an dieser Stelle den öffentlichen Zugang zum Park markiert.

Die Erdgeschoßzone wird im Bereich der Straßenrandbebauung mit einer nutzungsneutralen Raumhöhe von 5,00 m ausgeführt, das darüber liegende Geschoß hat eine für Büronutzung passende Raumhöhe von 2,80m. Die unteren beiden Geschoße bilden somit den flexiblen Stadtsockel, der eine kurzfristige und nachhaltige Nutzungsänderung ermöglicht.

Die beiden darüber liegenden Wohngeschoße klappen mit einem Winkel von 67° nach hinten. Dies ist einerseits der Maßstäblichkeit des Ortes, andererseits der relativen hohen Verkehrsbelastung geschuldet.
Nach Süden in Richtung Park treppt sich das Gebäude ab und schafft dadurch hochwertige Terrassenwohnungen. Die beiden Baukörper im Park sind im Erdgeschoss mit dem Randbaukörper verbunden und fassen den im Herzen des Quartiers liegenden, öffentlichen Park.


Die ruderale Naturhaftigkeit des verwilderten Garten des Tremlhofs prägt gemeinsam mit dem imposanten Altbaumbestand und einer markanten Topographie den Genius loci.  Hier gilt es nicht, durch Gestaltung und Pflege „Ordnung“ zu schaffen, sondern diesen verwunschenen Ort zugänglich und erlebbar zu machen.

„Parkentwicklung statt Parkplanung“ stellt das Motto für den Tremlhofpark dar. Ziel ist es, im Rahmen eines kooperativen Prozesses die minimalen, behutsamen Interventionen in das Grünensemble abzustimmen und so von Anfang an zu einer bestmöglichen Identifikation der planungsbetroffenen Bevölkerung mit „ihrer“ Grünoase beizutragen.

Durch die Erweiterung der Erschließungspunkte des Parks wird dieser prominenter ins Stadtgefüge eingebunden und mit den vorgesehenen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und einer niveaugleichen Straßenraumneugestaltung auch an das Schlossparkareal angebunden.